• Salı, Ocak 13, 2026

Dieses Tutorial erläutert, was Peppol BIS Billing 3.0 ist und wie der Datenaustausch elektronischer Rechnungen innerhalb des Peppol-Netzwerks funktioniert. BIS Billing 3.0 ist ein weitgehend harmonisiertes Profil, das die Semantik einer Rechnung eindeutig festlegt und sich an EN 16931 (EU-Norm für E-Rechnungen) orientiert. Ziel ist eine zuverlässige, grenzüberschreitende Interoperabilität, damit Lieferanten und Käufer Rechnungen automatisiert verarbeiten können.

Was ist Peppol BIS Billing 3.0?

Peppol ist ein Netzwerk von Access Points; BIS Billing 3.0 definiert, welche Daten in einer Rechnung enthalten sein müssen, wie relevante Felder benannt werden und in welcher Struktur sie erscheinen. Das Profil nutzt typischerweise das UBL 2.1-Format als Payload, ordnet die Inhalte jedoch eindeutig BIS-3.0-Feldern zu, wie ID, IssueDate, AccountingSupplierParty, AccountingCustomerParty, InvoiceLine und den steuerlichen Summen. So können ERP-Systeme aus verschiedenen Herstellern dieselbe Rechnung verstehen, ohne manuelle Anpassungen.

Voraussetzungen

  1. Teilnahme am Peppol-Netzwerk über einen geprüften Access Point (AP).
  2. Eine Peppol-ID bzw. eine adressierbare Geschäftseinheit für Sender und Empfänger.
  3. Eine BIS 3.0-fähige Invoicing-Software oder Middleware, die Daten gemäß dem Profil ausgibt.
  4. Validierungstools oder Validatoren von AP-Anbietern oder der Community, um die Konformität zu prüfen.

Wie funktioniert der Datenaustausch?

Der Ablauf ist standardisiert: Der Sender erzeugt eine BIS 3.0-Rechnung, validiert sie, verschickt sie über seinen Access Point an den Empfänger-AP, der sie dem Empfänger zustellt. Beide Parteien verwenden eindeutige Peppol-IDs; der Transport erfolgt typischerweise über AS4 oder REST-Schnittstellen der APs. Danach kann der Empfänger eine Empfangsbestätigung oder Remittance Advice erhalten, und beide Seiten archivieren das Dokument gemäß den gesetzlichen Vorgaben.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Schritt 1: Vorbereitung
    Richten Sie in Ihrem ERP die Stammdaten so ein, dass Lieferant, Kunde, Zahlungsbedingungen und Mehrwertsteuer korrekt hinterlegt sind. Definieren Sie Ihre BIS 3.0 Payload-Mappings und prüfen Sie, dass Pflichtfelder entsprechend dem Profil gefüllt sind.
  2. Schritt 2: Rechnung erzeugen
    Erzeugen Sie eine BIS 3.0-kompatible Rechnung. Verwenden Sie Felder wie ID, IssueDate, AccountingSupplierParty, AccountingCustomerParty, LegalMonetaryTotal und InvoiceLine. Speichern Sie die Datei in der vom AP geforderten Payload-Form.
  3. Schritt 3: Validierung
    Nutzen Sie Validator-Tools, um die Struktur, Pflichtfelder und Tax-Informationen gegen EN 16931 BIS 3.0 zu prüfen. Beheben Sie eventuelle Fehler, bevor Sie die Rechnung versenden.
  4. Schritt 4: Versand
    Senden Sie die BIS 3.0-Rechnung über Ihren Peppol Access Point an die Empfänger-AP. Verwenden Sie die korrekte Empfänger-Peppol-ID. Ihre AP übernimmt Transport, Delivery Receipt und optional Remittance.
  5. Schritt 5: Empfangsbestätigung und Archivierung
    Überwachen Sie den Deliver- oder Receipt-Status im AP-Dashboard. Archivieren Sie die Rechnung gemäß den lokalen rechtlichen Anforderungen und gestalten Sie das Audit-Protokoll zugänglich.

Beispielstruktur

Nachfolgend eine stark vereinfachte Darstellung einer BIS 3.0-Rechnung. Die Felder sind vorgegeben und werden je nach Profil in der Praxis anders verschachtelt.

INV-10012024-01-15............